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Mitmachen erwünscht: „Vissel on top“ ist jetzt am Start

„Vissel on top“ heißt die Aktion von Gewerbeverein, Bürgerstiftung und Verwaltung. Einwohner äußern Ideen für ein attraktiveres Umfeld. Geldgeber sind Firmen und Privatleute.

„On top“ – diesen englischen Begriff kann man mit „zusätzlich“ oder „obendrauf“ übersetzen. Und genau das soll mit der Aktion „Vissel on top“ erreicht werden, die jetzt an den Start geht und von der Visselhöveder Bürgerstiftung, dem Gewerbeverein und von der Stadtverwaltung initiiert worden ist. Denn es geht um infrastrukturelle Dinge wie Spielgeräte, Infotafeln, oder hier mal eine Sitzbank oder dort eine Unterstellmöglichkeit oder einen Grillstand auf einem Vereinsgelände – Dinge halt, die aus unterschiedlichen Gründen nicht aus dem städtischen Haushalt finanziert werden können und auch nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune gehören und damit quasi „on top“ sind.

„Das Mitmachen ist ganz einfach“, sagt Ralf Goebel von der Bürgerstiftung. Auf den Websites der drei Institutionen im Internet sei „Vissel on top“ mit nur ein paar Klicks zu erreichen. „Dort geht ein Fenster auf, in das man seinen Wunsch eingeben kann, um das Leben in Visselhövede und/oder den Dörfern für alle noch schöner, noch interessanter und noch aufregender zu machen. Der Ideengeber wird dann mit ein bisschen Glück auch der Pate des Projekts.“ Dazu seien natürlich auch die Namen und die Kontaktdaten nötig, die aber alle nach den gültigen Datenschutzbestimmungen verarbeitet würden.

In etwa alle drei Monate sitzt dann ein Gremium mit Leuten aus der Verwaltung, der Stiftung und des Gewerbevereins zusammen, um die Wünsche zu sichten und bereits im Vorfeld abzuklären was „sich wie, wo, wann und durch wen realisieren lässt“, erläutert Goebel. Darum sollten auch Anregungen eingehen, die nicht zu utopisch sind.

Da das Leben in einer Kleinstadt mit nicht gerade üppiger finanzieller Ausstattung wie so oft aber kein reines Wunschkonzert ist, müssen die eingegangenen Wünsche auch finanziert werden. Und dabei kommen die Visselhöveder Unternehmen ins Spiel, die bereits das „Vissel on top“-Portemonnaie ein Stück weit gefüllt haben. „Denn wir haben beim Sommerempfang in der vergangenen Woche bereits fleißig Werbung für das Projekt gemacht“, berichtet Goebel. Aber nicht nur Firmen können den Geldtopf anwachsen lassen, sondern jedermann kann sein Scherflein dazu beitragen. „Das geschieht aber anonymisiert, denn es geht um die Sache und nicht um Personen oder Unternehmen“, betont Sascha Michaelis vom Vorstand des Gewerbevereins. So könne man die Stadt oder die Dörfer mit Dingen ausstatten, die im Vergleich zu anderen Kommunen nicht unbedingt üblich seien.

Und auch für die Bürgerstiftung habe durch „Vissel on top“ den Vorteil, dass das von ihr zur Verfügung gestellte Geld in diesen Topf fließen kann, um damit Projekte für Visselhövede und umzu zu realisieren. „Denn bisher hatten wir nämlich oft das Problem, das Geld auszugeben, weil die Vergabe an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Jetzt haben wir einen höheren Mitteldurchsatz“, sagt Ralf Goebel.

Zur Erinnerung: Die Bürgerstiftung wurde damals gegründet, weil ein Visselhöveder in seinem Nachlass verfügt hatte, dass sein Geldvermögen für „gute Dinge in der Stadt“ genutzt werden solle. Damit wurde seinerzeit der Grundstock der Stiftung gelegt, aus dessen Erträgen schon viele Vereine und Verbände gefördert wurden.

Die ersten „Vissel on top“- Projekte kann jeder übrigens nicht nur Angucken und Anfassen, sondern auch nutzen. „Unser Bauhof hat aus Sturmholz an der Badestelle am Visselsee eine Umkleidemöglichkeit gebaut, die einer Schnecke gleicht. Außerdem gibt es jetzt eine Ausstiegshilfe am See aus Edelstahl, sodass jeder nach dem Baden aus dem Wasser kommen kann“, informiert Bürgermeister André Lüdemann. Der ist froh, dass es das Werkzeug „Vissel on top“ gibt, denn die Stadt habe angesichts der Fülle von Bauprojekten, die anstünden, kaum noch finanziellen Spielraum für Extra-Wünsche.

Ob „Vissel on top“ vielleicht auch für eine mobile WC-Anlage am Visselsee sorgen könne, werde jetzt geprüft. „Und wenn es nur für die Frühjahrs- und Sommerzeit ist“, so Lüdemann.



Quellenangabe: Kreiszeitung vom 08.09.2023