
Klar, ganz neu ist die Idee auch in Visselhövede nicht, denn den „Vissel-Zehner“, gibt es schon seit einigen Jahren, nur hatte er bisher eher im Verborgenen geschlummert und war kaum nachgefragt. Dabei ist dieses besondere Zahlungsmittel, das in anderen Kommunen wie in Scheeßel mit dem „Scheeßel-Taler“ für vollere Kassen der Geschäfte sorgt, ein Garant dafür, dass das Geld auch in den Orten bleibt.
Darum hat sich der Visselhöveder Gewerbeverein jetzt auf die Fahnen geschrieben, den „Vissel-Zehner“ wieder mehr ins Bewusstsein der örtlichen Unternehmen und auch der Kunden zu rücken. Sascha Michaelis vom Vorstand: „Wir haben jetzt festgelegt, wer die Zehner annimmt und wo es sie quasi als Gutscheine zu kaufen gibt.“
Und das Schöne daran ist, dass der Zehner komplett umgestaltet wurde, sodass er auch optisch eine Menge her macht. So sind die Silhouetten des Rathauses und der Kirche ebenso zu erkennen wie die der Visselquelle.
Die Handhabung funktioniert ganz einfach: Die Kunden mit einem oder mehreren „Vissel-Zehnern“ in der Hand, bezahlen damit ganz normal ihre Waren oder Dienstleistungen wie zum Beispiel einen Haarschnitt. Der Unternehmer sammelt die „Vissel-Zehner“ eine Weile und gibt sie dann dem Gewerbeverein zurück, der den entsprechenden Betrag dann unverzüglich überweist.
„Wir sind natürlich abrechnungstechnisch noch in der Findungsphase und gucken mal, wie die Ausgabe und die Abgabe sich in der Praxis bewähren“, erläutert Gewerbevereinsvorsitzender Henning Grünhagen. Denn natürlich müssten auch die Kassen der Geschäfte am Abend stimmen. Und es müsse noch die Frage geklärt werden, ob bei Waren unter zehn Euro das Rückgeld in Euro- und Centmünzen ausgezahlt werde oder ob der „Vissel-Zehner“ als Zahlungsmittel gelte, wenn der Einkaufswert eben mehr als zehn Euro entspräche. „Aber da sind wir guter Dinge, dass sich das einspielen wird“, so Grünhagen.
Der Verein möchte damit vor allem, dass das Geld, das für Waren, beim Essengehen und auch für eine Fahrradreparatur ausgeben wird, auch weiter in Visselhövede bleibt. „Das hilft unseren Unternehmen vor Ort zu Zeiten des boomenden Online-Handels natürlich nur ein bisschen, aber wir setzen damit ein Zeichen und es fördert die Solidarität unter den Geschäftsleuten unserer kleinen Stadt“, unterstreicht Sascha Michaelis.
Den Vissel-Zehner kann jedermann in den folgenden Geschäften kaufen: CM-Genuss Selection Nindorf, Müller Blumen, Vento Zweiräder, Virus, my-Extra, Papier Ehlen, Alte Apotheke, Neue Apotheke, Volksbank und Sparkasse. Einzulösen sind die Zehner in bislang 35 Geschäften, Restaurants und Friseursalons, „aber die Tendenz ist steigend“, sagt Michaelis. Seiner Meinung nach eignen sich das Zahlungsmittel auch sehr gut als Geschenk.
Neben dem „Vissel-Zehner“ weist der Gewerbeverein auch darauf hin, dass er seinen Mitgliedern die „Vissel-Card“ anbietet. Dahinter verbirgt sich eine wiederaufladbare Kreditkarte mit dem Logo des Vereins und des entsprechenden Betriebs, die Firmenchefs ihren verdienten Mitarbeitern zu besonderen Anlässen wie Jubiläen oder Geburtstagen übergeben können und die eben nur im Postleitzahlengebiet Visselhövede einsetzbar ist. „So bleibt auch damit das Geld im Ort.“
Quelle: Kreiszeitung vom 08.01.2024